Interview: Warum Standardisierung der größte Hebel für eine bessere Datenqualität ist

Interview: Warum Standardisierung der größte Hebel für eine bessere Datenqualität ist

Verlässliche Daten sind zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor im freien Kfz-Ersatzteilmarkt geworden. In einem aktuellen Interview mit dem deutschen Fachmedium Parts & Service News erläutert Isabel Meeus, Commercial Director Europe Central, warum vertrauenswürdige Daten die Grundlage effizienter Geschäftsprozesse sind und welche Rolle Standardisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz für die Zukunft des Aftermarkets spielen.

Datenqualität schafft Mehrwert

Datenqualität ist längst mehr als ein technisches Thema. Heute beeinflusst sie unmittelbar Effizienz, Kundenzufriedenheit und Wettbewerbsfähigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

„Ich bin überzeugt: Datenqualität ist heute kein reines IT-Thema mehr, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor im freien Kfz-Teilehandel.“

Jede Fehlidentifikation eines Teils kann eine Kette von Folgeprozessen auslösen – von Rücksendungen und Ersatzlieferungen über Werkstattstillstände und Garantiefälle bis hin zu zusätzlichem administrativem Aufwand. Gleichzeitig steigen mit der zunehmenden Fahrzeugvielfalt und immer umfangreicheren Produktportfolios die Anforderungen an vertrauenswürdige und validierte Daten kontinuierlich.

Deshalb setzen Werkstätten und Großhändler zunehmend auf zuverlässige Datenquellen. Das TecDoc Premier Data Supplier-Siegel beispielsweise zeichnet Hersteller aus, die besonders hohe Anforderungen an die Datenqualität erfüllen, und schafft Vertrauen in die Teileidentifikation.

Digitalisierung braucht vertrauenswürdige Daten

Digitale Prozesse haben den Aftermarket grundlegend verändert. Digitalisierung allein garantiert jedoch noch keine verlässlichen Informationen.

„Digitalisierung beschleunigt Prozesse – sie garantiert jedoch noch keine Datenqualität.“

Fahrzeugdaten, Produktinformationen und Anwendungszuordnungen verändern sich kontinuierlich. Neue Fahrzeugmodelle, alternative Antriebskonzepte, softwarebasierte Fahrzeugarchitekturen und neue Fahrzeugmarken erfordern, dass Daten permanent aktualisiert und validiert werden. Gleichzeitig werden Informationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zwischen zahlreichen Systemen und Unternehmen ausgetauscht. Umso wichtiger sind gemeinsame Standards.

Deshalb entwickeln wir unsere Lösungen kontinuierlich weiter, um unseren Kunden die Verarbeitung wachsender Datenmengen zu erleichtern. Mit unserer TecDoc Instant Data Processing (IDP) Data Receiver API können Unternehmen beispielsweise Datenänderungen schneller verarbeiten, ohne komplette Datenpakete manuell bearbeiten zu müssen.

KI ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie basiert

Künstliche Intelligenz unterstützt das Datenmanagement bereits heute in vielen Bereichen – von der automatisierten Klassifizierung von Produktdaten über Plausibilitätsprüfungen bis hin zum Erkennen von Inkonsistenzen in großen Datenmengen. Gleichzeitig hängt ihr Nutzen unmittelbar von der Qualität der zugrunde liegenden Daten ab.

Wie Isabel Meeus betont:

„Künstliche Intelligenz ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie basiert – und genau deshalb bleibt Datenqualität die wichtigste Grundlage jeder erfolgreichen KI-Anwendung.“

KI ersetzt Datenqualität nicht. Vielmehr hilft sie dabei, hohe Datenqualität effizienter sicherzustellen und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Standardisierte und validierte Daten bleiben damit die unverzichtbare Grundlage für den erfolgreichen Einsatz von KI im Aftermarket.

Standardisierung ist die größte Chance

Auf die Frage, welcher einzelne Hebel die Datenqualität im Markt am stärksten verbessern würde, antwortet Isabel Meeus eindeutig:

„Wenn ich heute einen Hebel im Markt bewegen könnte, dann wäre es eine noch konsequentere Standardisierung und Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“

Datenqualität beginnt lange bevor Informationen in einem Katalog oder Bestellsystem ankommen. Sie entsteht bereits bei der Datenerfassung und -bereitstellung. Indem Hersteller, Großhandel, Werkstätten und Softwareanbieter auf derselben vertrauenswürdigen und standardisierten Datengrundlage arbeiten, lassen sich Fehler reduzieren, Prozesse automatisieren und die Effizienz im freien Kfz-Ersatzteilmarkt nachhaltig steigern.

Lesen Sie das vollständige Interview mit Isabel Meeus auf der Website von Parts & Service News...