Beim jüngsten Ecosys@Bosch Power Talk war die Botschaft von Chief Data & Technology Officer und Board Member Marina Ribke klar: Der Ersatzteilmarkt für Mobilität startet in eine neue Ära, in der Zusammenarbeit und Dateninteroperabilität den Erfolg bestimmen werden.
Eine Verlagerung von Komponenten zu Verbindungen
Bei der Mobilität geht es nicht mehr nur um physische Komponenten. Fahrzeuge werden zu vernetzten Plattformen, die Echtzeitdiagnosen, digitale Dienste und nahtlose Benutzererfahrungen mit nur einem Klick bieten. Dieser Wandel verlagert die Branche von Herausforderungen bei der Hardware zu Datenproblemen, deren Wert davon abhängt, wie gut die Daten zwischen den Systemen fließen.
Eine kurze Geschichte der skalierbaren Infrastruktur
Von Anfang an haben wir uns darauf konzentriert, branchenweite Daten nutzbar, zugänglich und standardisiert zu machen. Marina hob in ihrer Keynote vier wichtige Meilensteine in dieser Entwicklung hervor:
1994 – TecDoc : digitalisierte Fahrzeugteildaten
2000 – TecCom: optimierte B2B-Bestellprozesse
2013 – TecRMI: strukturierte Reparatur- und Wartungsdaten
2017 – Caruso: die Einführung von Daten über vernetzte Fahrzeuge auf dem Ersatzteilmarkt
Heute unterstützen unsere Plattformen Akteure in über 145 Ländern und helfen ihnen, effizienter zu arbeiten und intelligentere Dienste anzubieten.
Entwicklung durch Technologie
In den Anfängen wurden Teiledaten auf Papier ausgetauscht. TecDoc verlagerte dies auf Disketten, dann auf CD-ROMs, gefolgt von Online-Plattformen und jetzt auf den cloudbasierten Zugriff. Jede Phase verbesserte die Geschwindigkeit, die Reichweite und die Konsistenz.
Aber es reicht nicht mehr aus, einfach nur Daten zur Verfügung zu stellen. Jetzt kommt es darauf an, diese Daten systemübergreifend, in Echtzeit und in großem Umfang nutzbar zu machen.
Warum Daten aus vernetzten Fahrzeugen wichtig sind
Vernetzte Fahrzeuge erzeugen mehr Daten als je zuvor, aber jeder OEM strukturiert sie anders. Das macht die Entwicklung, Integration und Bereitstellung von Dienstleistungen für Unternehmen, die markenübergreifend arbeiten, schwierig.
Wir haben darauf mit einer standardisierten API reagiert, die über 300 vernetzte Autodatenpunkte in ein einheitliches Format umwandelt. Dies unterstützt reale Anwendungsfälle wie z. B.:
- Pannenhilfe
- Verbrauchsabhängige Versicherung
- Verfolgung der Flottenleistung
- Ferndiagnose
Wir decken bereits 90% des Marktes für vernetzte Fahrzeuge in Europa ab, mit Daten von derzeit etwa 100 Millionen Fahrzeugen.
Daten in Wert umwandeln
Daten allein sind nicht der Motor für Innovationen. Wir arbeiten eng mit Versicherern an Echtzeit-Unfallmeldungen, mit Flottenmanagern an Nachhaltigkeitsmetriken und mit Mobilitätsanbietern an Diagnosen, die keine Kabel mehr benötigen. Diese frühen Initiativen liefern bereits greifbare Ergebnisse und bilden die Grundlage für das, was als nächstes kommt.
Interoperabilität ist der nächste Schritt
Heute ist der Ersatzteilmarkt fragmentiert. In Europa gibt es mehr als 30.000 unverbundene Tools und Systeme in den Werkstätten und bei den Zulieferern. Diese Komplexität blockiert den Einblick und verlangsamt die Innovation.
In der nächsten Phase geht es darum, Daten zu verbinden und nicht nur darauf zuzugreifen. Das bedeutet, eine echte Interoperabilität zwischen OEMs, Zulieferern, Werkstätten und Plattformen zu schaffen. Ohne sie werden selbst die besten KI-Lösungen nicht ihr volles Potenzial erreichen.
So haben wir TecDoc aufgebaut. So bauen wir heute den vernetzten Aftermarket auf. Und so glauben wir, dass die Zukunft dieser Branche durch Konzentration, Zusammenarbeit und sinnvollen Fortschritt geprägt sein wird.
Wir müssen über Marken, Technologien und Ökosysteme hinweg zusammenarbeiten. Jetzt ist es an der Zeit, die vernetzte Zukunft des Aftermarkets für Mobilität zu gestalten.