Wir bieten ein neues Informationsformat für den Automotive Aftermarket

Mit dem Start unseres „Aftermarket Podcast“ bieten wir ein völlig neues Informations- und Unterhaltungsformat für die Branche. Im Gespräch mit Entscheidern aus Industrie, Handel und Werkstatt liefern wir spannende Einblicke in den Markt. Interessante Charaktere der großen „Player“ aber auch „Hidden Champions“ bekommen eine Plattform, um ihre Perspektive zu aktuellen Themen zu diskutieren. Daneben kommen ebenfalls Experten zu relevanten Themen wie Digitalisierung und New Work in den nächsten Monaten zu Wort.

In der ersten Folge spricht TecAlliance Marketing-Chef Christian Müller mit Matthias Moritz, Managing Director Asia bei TecAlliance, über die Konsequenzen von COVID-19 für das Aftermarket-Geschäft in China. Wie hat sich die Ausnahmesituation auf den chinesischen Aftermarket ausgewirkt? Mit welchen Maßnahmen haben die Unternehmen darauf reagiert? Wie ist die Situation aktuell nach der schrittweisen Lockerung von Quarantänemaßnahmen und wie geht es nach der Krise weiter?

„Wir haben uns schon länger gefragt, warum es eigentlich keinen großen Podcast Kanal für den Automotive Aftermarket gibt. Als Bindeglied im Markt sind wir täglich mit Entscheidern und klugen Köpfen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in Kontakt. Alle Unternehmen stehen vor den gleichen Herausforderungen und es gibt viele innovative Ideen und Lösungen, denen wir so eine zeitgemäße Plattform bieten wollen. Eigentlich war der Start erst zur Automechanika Frankfurt geplant“, erklärt Christian Müller, Vice President Marketing bei TecAlliance. „Doch dann kam das Coronavirus und hat vieles auf den Kopf gestellt. Wir wollen diese Ausnahmesituation nutzen: alle Menschen verbringen notgedrungen mehr Zeit zuhause und mit unserem Podcast können sie sich auf sehr unterhaltsame Weise auch im Home-Office über wichtige Entwicklungen und Trendthemen im Aftermarket informieren.“

In unserer ersten Folge ist Matthias Moritz im Aftermarket Podcast zu Gast. Er lebt und arbeitet seit knapp zwanzig Jahren in Asien und leitet als Managing Director die TecAlliance-Niederlassungen in China und weiteren asiatischen Ländern. Im Podcast berichtet er, welche Auswirkungen der Ausbruch der Pandemie auf den lokalen Aftermarket hat, wie sich die Situation aktuell darstellt und wie er die Entwicklung bis Ende des Jahres und darüber hinaus einschätzt. Aber auch darüber, wie er und seine Mitarbeiter den Ausbruch der Pandemie erlebt haben, wie sie die Situation gemeistert und welche Erfahrungen sie mit Home-Office und virtueller Zusammenarbeit gemacht haben. Außerdem gibt er Einblicke, wie sich die Situation in den anderen asiatischen Märkten sowie Branchen wie Tourismus oder im Einzelhandel durch das Virus verändert hat und welche nachhaltigen Auswirkungen zu erwarten sind.

Der Aftermarket Podcast ist überall erhältlich, wo es Podcasts gibt – unter anderem bei Apple Podcasts, Google Podcasts, Spotify, Deezer und Amazon. Neue Folgen von jeweils etwa 40 Minuten werden regelmäßig hochgeladen.

Wie unterscheidet sich deiner Meinung nach der asiatische oder der chinesische Aftermarket vom europäischen oder globalen?

Der chinesische Aftermarket ist digital sehr weit entwickelt. Es gibt sehr viele innovative Anbieter von Datenlösungen, die unterstützt werden von großen Plattformen wie JingDong, Alibaba und Baidu. Es gibt viele branchenfremde Geldgeber. Der Wettbewerb ist daher sehr groß.

Wie sieht es konkret fürs Katalog Business aus? Ist das diversifizierter, also gibt es mehr Teilehersteller und damit dann auch mehr potentielle Datenlieferanten?

Es gibt sehr viele Hersteller von Fahrzeugersatzteilen. Viele auch mit richtig guter Qualität, die sich natürlich auch entwickelt hat, weil viele Fahrzeughersteller in China Fahrzeuge bauen und damit kommt dann die Teileindustrie nach. So gibt es einen großen Pool an potentiellen Datenlieferanten für uns.

Was dann mit den Daten gemacht wird, ist natürlich mehr als die Daten einfach nur in einen TecAlliance Katalog zu stellen. Da geht es wirklich darum, dass die Daten auch auf den Plattformen landen. Das sind dann nicht nur die Referenzdaten mit den Teilen, sondern es geht auch um eine eindeutige Fahrzeugidentifikation. Dafür mussten wir unsere VIN-zu-Fahrzeugidentifikation verbessern. Die Fahrzeugbeschreibung ist eine viel längere als mit dem K-Type in Europa. Wir nennen das China-ID. Es gibt auch sehr viele Datenlieferanten, die nicht technische Teile anbieten wie Kotflügel, Motorhauben, Innenspiegel und so weiter. Da kommt es mehr auf das Fahrzeugmodell an, das Verkaufsmodell.

In Europa ist Datenqualität immer ein Thema. Das fängt ja dann herstellerseitig an, wenn die Daten eingepflegt werden. Wie sieht es in China aus?

Bei uns ist das auch so. Jeder Datenlieferant bekommt einmal im Monat einen Qualitätsreport. In dem zeigen wir, wie viele Teilenummern er hat, wie viele Teilenummern davon mit OE-Nummern verknüpft sind und mit wie vielen Fahrzeug-Verlinkungen. Wir zeigen auch auf, wie man sich verbessern kann, bieten den Kunden praktisch ein Dashboard.

Bevor wir jetzt auf die aktuelle Situation im chinesischen Aftermarket blicken, lass uns noch ein Stück zurückschauen auf die Ausgangssituation. Wir haben uns im vergangenen Dezember bei der Automechanika Shanghai das letzte Mal getroffen. Wie war da die Stimmung? Wie war der Markt aufgestellt?

Die Stimmung während der Automechanika war gut. Jeder wollte praktisch weiterhin expandieren und hat seine Produkte gezeigt. Es war eine vollkommen normale Messe mit der Ausnahme, dass nun eben auch die großen Plattformen Fahrzeuge, Fahrzeugteile, Gebrauchtwagen und eigene Werkstattketten anbieten. Das ist natürlich ein Novum. Man muss sich das so vorstellen, als würde Amazon in Deutschland eine Werkstattkette aufbauen und sich gleichzeitig auch um Neufahrzeuge sowie Gebrauchtwagen kümmern und zudem Ersatzteile herstellen und verkaufen. Ansonsten war es eine normale Messe, auf der wir nicht erwartet haben, dass eine große Delle vor uns steht, die dann durch das Virus ausgelöst wurde.

Auf der Messe waren viele junge Leute unterwegs. Kann man generell sagen, dass der Markt in China – bezogen auf die Mitarbeiter – jünger ist als in Europa?

Die chinesische Bevölkerung ist grundsätzlich jünger als die Deutsche. Das Durchschnittsalter bei uns in der Firma liegt so um die 30. Ich bin mit 53 Jahren der Methusalem. Das ist in anderen Firmen ähnlich. Aber die chinesische Bevölkerung wird auch älter. Es gibt wenig Nachwuchs, ausgelöst durch die Ein-Kind-Politik, die über viele Jahre gültig war. Auch jetzt mit ihrer Auflösung ist es nicht wirklich so, dass junge Leute plötzlich zwei oder drei Kinder bekommen. Auch die arbeiten lieber, verdienen Geld, wollen Reisen und haben weiterhin nur ein Kind.

Ist Technologie dabei ein Thema? Ich hatte zumindest subjektiv den Eindruck, dass ein älterer Entscheider oder Geschäftsführer immer von jemand Jüngerem begleitet wurde, der ihm die Technologien erklärt hat. Oder ist das bildungspolitisch begründet, dass jetzt erst diese Millennial Generation konkret mit diesen Themen der Digitalisierung aufwächst?

Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich in der Schule gelehrt wird. Es ist ganz einfach die generelle Umgebung. Man wird praktisch die ganze Zeit damit konfrontiert. Es ist ganz einfach convenient. Die Situation, in der wir jetzt im Moment sind, diese Quarantäne ginge gar nicht, wenn es nicht digital wäre. Wir bezahlen beispielsweise alle Rechnungen online über eine App. Man ist praktisch in diesem Umfeld und man kann sich gar nicht dagegen wehren. Auch ältere Leute müssen das leben. Die Lösungen sind auch so entwickelt, dass sie wirklich einfach zu bedienen sind. Die ganze Infrastruktur stimmt dafür. Mann meldet sein Auto digital an und wenn man dann mit diesem Auto auf der Hochstraße geblitzt wird, wird das Kennzeichen erkannt. Das bekommt man an der nächsten Abfahrt angezeigt und die Strafe wird automatisch vom Konto abgebucht.

Die Digitalisierung funktioniert hier einfach und Unternehmen müssen mit ihren Entwicklungen auf diesem Zug mitfahren. Eine PDF ist in diesem Sinne nicht digital, es muss alles online sein. Es muss alles auf Mobile Devices verfügbar sein. Laptops spielen keine große Rolle im täglichen Leben. Auf der Arbeit ja, aber im täglichen Leben, wenn man etwas haben will, dann macht man das mobil.

Wie habt ihr in Shanghai den Ausbruch von COVID-19 in Wuhan Ende Dezember wahrgenommen? Hattet ihr euch damals schon darauf vorbereitet, dass das Ganze „eskalieren“ und somit auch in absehbarer Zeit Auswirkungen auf euer Business haben könnte?

Ende Dezember hatte man davon gehört, aber Wuhan war natürlich erstmal sehr weit weg.

Man hatte es zunächst ehrlich gesagt nicht so richtig ernst genommen. Dann kamen Weihnachten und Neujahr und die Zahl der Fälle hatte sich erhöht. Aber in Shanghai war man immer noch sehr weit entfernt.

Also es war schon ein Thema, da in der Hubei Provinz auch viele Automobilhersteller ansässig sind, wie Honda, PSA oder auch Porsche. Aber bis Mitte Januar hatten wir uns keine größeren Sorgen gemacht. Dann war Chinese New Year und jeder hatte zunächst seinen anstehenden Familienbesuch, zurück in die Heimatprovinzen, auf dem Schirm. Zuvor hatten wir noch ein internes Finanzreview und haben uns abends beim Essen erstmals ernsthaft darüber unterhalten und uns zum Abschied auch bewusst Gesundheit gewünscht.

Dann begannen die Chinese New Year Ferien und eine Woche später wurde die Hubei Provinz dicht gemacht und wir hatten schon regelmäßige Calls mit unserem Management-Team, wo es darum ging, einen Plan zu machen für den Fall, dass es Shanghai auch treffen wird. Wie bekommen wir die Mitarbeiter aus dem Urlaub zurück und wie können wir dafür sorgen, dass sie auch von zuhause arbeiten können. Ab dann gab es quasi jeden Tag neue Nachrichten. Die Mitarbeiter, die zurückkamen mussten zwei Wochen in Quarantäne und auch die Schulen wurden geschlossen. In Abstimmung mit dem Neighborhood Committee, der lokalen Regierung, mussten wir Auflagen erfüllen wie bspw. die Temperatur der Mitarbeiter überwachen, Desinfektionsmittel bereitstellen und für einen Mindestabstand im Büro sorgen. Wir haben uns dann auferlegt, nicht mehr als 20 Prozent der Belegschaft im Büro zu haben, aufgeteilt auf zwei Schichten. Der Rest arbeitet von zuhause. Wir haben auch viele Leute, die weiterhin trotz der Lockerungen von daheim arbeiten, weil sie nicht mehrere Stunden täglich mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren wollen.

Hat man nach dem Start dieser Quarantäne Maßnahmen auch direkt schon was im Markt gespürt? Wie hat sich das auf den Automotiv Aftermarket ausgewirkt?

Erstmal gar nicht wegen Chinese New Year. Alle Firmen bereiten sich jedes Jahr darauf vor und platzieren vorher zusätzliche Aufträge, die dann auch geliefert werden. Ich habe auch mit Freunden in Deutschland gesprochen, die auch bei unseren Datenlieferanten beschäftigt sind. Die haben erstmal gesagt, wir haben noch nicht gemerkt, dass in China nicht gearbeitet oder produziert wurde. Wir waren bevorratet. Das Einzige, was man wohl merkte ist, dass man zwei Wochen länger auf einen Container warten musste.

Also könnte man zynischerweise sagen, dass es ein Glücksfall war, dass das parallel zu Chinese New Year passiert ist, weil dann sowieso alles stillsteht?

Ganz sicher und dann wurde Chinese New Year praktisch noch um einen Monat verlängert. Aber auch dann ging immer noch was. Wir hatten Anfang März mit unseren Kunden, die auch Hersteller sind, eine Umfrage gemacht:  ihre Produktion war mindestens wieder auf 80 Prozent hochgefahren. Die Fahrzeughersteller hatten wieder produziert, damit auch die Zulieferer und auch der Independent Aftermarket. Das Problem kam erst, als die Märkte in Nordamerika und Europa weggebrochen sind.

Wir haben einige Kunden, die Datenlieferanten für diese Regionen sind. Die haben gefragt, ob sie nicht kündigen können, weil sie jetzt eben keine Aufträge erhalten und das wahrscheinlich für längere Zeit nicht. Das ist natürlich wirklich eine Katastrophe und das kann jetzt sehr lange dauern.

Gehst du also davon aus, dass einige Unternehmen, die ausschließlich international tätig sind und sich nicht auf den Binnenmarkt konzentrieren, das nicht überleben werden?

Könnte ich mir vorstellen. Ich kenne einige Firmen, die sich auf Nordamerika konzentrieren und zu 90 Prozent Auto Zone beliefern. Wenn die nichts abnehmen, dann ist dort Feierabend. Die haben es eben verpasst, sich auf den Binnenmarkt einzustellen oder auf andere Märkte in Afrika. Viele Firmen waren einfach zu bequem, sich ein weiteres Standbein aufzubauen. Davon gibt es jetzt einige und die werden richtig leiden.

Also ist es für dich auch so, dass diese Auswirkungen uns weit bis ins nächste Jahr begleiten werden oder auch darüber hinaus?

Ganz sicher. Ich sitze jetzt schon mit meinem Managementteam zusammen und wir überlegen, was für einen weiteren Wert wir anbieten können, damit wir auch im nächsten Jahr bestehen. Wir werden auch weniger Kosten haben. Wir werden weniger reisen. Ob die Automechanika Shanghai stattfindet, weiß ich nicht. Ob die Messe in Frankfurt stattfinden wird, weiß ich nicht – es wird auf jeden Fall Möglichkeiten geben, die Kosten zu reduzieren. Also dieses Jahr wird OK sein. Nächstes Jahr ist ein ganz anderes Thema und dafür müssen wir uns jetzt vorbereiten. Ganz sicher wird es uns also noch längere Zeit beschäftigen.

Wie ist die Situation in den anderen asiatischen Märkten? Gibt es schon jetzt Lehren, die man aus China ziehen kann, um besser vorbereitet zu sein?

In allen Ländern ob jetzt Taiwan, Thailand, Malaysia, Singapur, Korea oder Japan wurden unglaublich schnell Maßnahmen ergriffen. Die haben natürlich schon von China gelernt. Unsere Niederlassungen in Kuala Lumpur und Bangkok sind bereits geschlossen. Dort wird rigoros durchgegriffen und Home-Office ist beispielsweise Pflicht.

Es gibt natürlich auch Länder wie Indonesien, die einfach riesengroß sind und das Gesundheitssystem ist auch dort ein anderes. Das gilt aber für viele ländliche Regionen in Asien. Man sieht dennoch, dass aktuell die Fallzahlen relativ gering sind, daher denke ich schon, dass man von China gelernt und schnell reagiert hat.

Was sind deiner Meinung nach die Auswirkungen auf andere Branchen? Offline Retail oder auch der Tourismus werden ja schwer von der Krise getroffen. Ist es so, dass das Ganze eher wie ein Katalysator wirkt, der Entwicklung vorwegnimmt, die ansonsten erst so in fünf Jahren eingesetzt hätten?

Das, was ich sagen kann ist, dass die Unternehmen, die sowieso schon schlecht auf Trends oder Digitalisierung allgemein vorbereitet waren, als erstes über die Schippe springen.  Genau die gehen pleite. Die wird es dann nicht mehr geben. Ich habe von einer Airline in Hongkong gehört, die schon angeschlagen war und die das jetzt auch nicht mehr weiter überleben wird. Aber selbst die großen Carrier wie Cathay leiden genauso wie auch die Lufthansa leidet und mit denen halt tausende von Angestellten. Viele werden auf der Strecke bleiben oder von anderen später geschluckt werden und das in vielen Bereichen. Im Grunde genommen in allen Bereichen. Wenn ich diese ganzen Shopping-Malls hier sehe, da sind so viele Läden, die lange zu waren. Die werden sich einfach die Miete nicht mehr leisten können. Also da gibt es schon einige gescheiterte Existenzen. Es wird sich auch auf die Immobilienbranche auswirken, weil Raten für Appartements nicht mehr bedient werden können. Das wird einen ganzen Rattenschwanz an Problemen nach sich ziehen.

Wie ist die Situation im Moment? Die Maßnahmen wurden jetzt wieder gelockert und ihr plant ja auch, das Office wieder normal aufzumachen.

Also wenn ich hier gerade aus dem Fenster blicke, dann sieht der Straßenverkehr aus wie vor der Krise. Viele Geschäfte und auch Restaurants werden noch zu haben. Wir werden sehen müssen, was bleibt in einem Monat.  Schauen wir mal, aber alles eben vorausgesetzt, dass sich die Situation nicht wieder verschlimmert.

Wenn wir nach vorne blicken, wie geht es deiner Meinung nach weiter für den Aftermarket in China?

Wie gesagt, es werden einige Firmen auf der Strecke bleiben. Wir müssen uns vorbereiten auf das, was kommt. Wir müssen Lösungen anbieten, die jetzt gebraucht werden. Und sie denen anbieten, die noch nicht erkannt haben, dass sie die brauchen. Wir müssen eben flexibel sein und wir müssen digitaler werden und noch digitaler und noch digitaler.

Also gibt es durchaus schon Trends, die zwar jetzt aus der Not heraus geboren wurden, aber die man trotzdem vielleicht weiterverfolgen wird?

Ja, also Home-Office beispielsweise. Wenn wir jetzt vermehrt Home-Office haben, können wir uns fragen ob wir das Office in seiner jetzigen Größe überhaupt noch brauchen oder ich ein Viertel davon dicht machen kann, um Kosten zu reduzieren.  Das Arbeiten von zuhause wird hier auch gut angenommen, eben weil viele Mitarbeiter einige Stunden unterwegs sind, um täglich zur Arbeit zu gelangen. Da gibt es sicherlich Möglichkeiten.  Bezüglich unserer Produkte müssen wir daran denken, wie wir diese weiterentwickeln können, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir sind nicht die Einzigen auf dem Markt. Es gibt sehr viele Wettbewerber hier und die sind auch nicht alle doof. Wir müssen digitaler werden, wir müssen ansprechender werden, wir müssen schneller werden und da müssen wir rein investieren.

Und ich bin mir sicher: in all den vielen Firmen, bei unseren Kunden und im Handeln und in Werkstätten wird man, wenn dort kluge Leute sitzen, die sich auch Gedanken machen, sicherlich aus dieser Krise lernen.

Wie im Übrigen ja auch schon aus der SARS Krise gelernt wurde 2003. Deswegen ging es ja diesmal auch ein bisschen schneller. Man war vorbereitet. Genauso müssen wir uns jetzt vorbereiten auf das, was kommt. Es gibt keine Zeit zum Ausruhen. Ich kann nicht behaupten, dass wir durch Home-Office oder Quarantäne weniger zu tun haben. Natürlich müssen wir keine Ware verschicken. Wir haben kein Warenhaus. Was wir tun ist digital, aber das ist bei anderen auch so. Wir müssen genau jetzt den Grundstein für die nächsten fünf Jahre legen.