MANN+HUMMEL mit Sitz in Ludwigsburg ist einer der führenden Filterhersteller der Welt. Um seine Präsenz in China weiter auszubauen, setzte der Global Player seine Online-Strategie 2017 neu auf. Durch die nahtlose Integration des Order Managers in den TecDoc Catalogue Web Shop für effizientes E-Business konnte der Filterexperte seine Absatzchancen in einem der weltweit wichtigsten Automotive Aftermarkets deutlich verbessern.

Weltweit kundennaher Service

Die Unternehmensgruppe entwickelt Lösungen für Automobile, industrielle Anwendungen, saubere Luft in Innenräumen und die nachhaltige Nutzung von Wasser. Kernkompetenz des Unternehmens ist die Filtration von Schadstoffen und Kleinstpartikeln jeder Art aus Luft, Wasser, Öl und Kraftstoffen. Dabei sind die Ludwigsburger vor allem mit Filtern im Automotive-Geschäft unterwegs. Das Familienunternehmen orientiert sich seit den 1990er Jahren stark in Richtung Weltmarkt und etablierte zahlreiche Tochtergesellschaften. Ziele der Internationalisierung waren nicht nur geringere Produktions- und Logistikkosten, sondern auch die Nähe zu den Kunden. Mit der 2009 ins Leben gerufenen Konzernstrategie „Leadership in Filtration“ kristallisieren sich entsprechende Kernpunkte heraus: Neben Qualitäts- und Innovationsführerschaft sind das vor allem der weltweite kundennahe Service sowie weiteres Wachstum durch die Akquisition von Filtrationsunternehmen.

Ein wesentlicher Markt für ein Unternehmen mit diesem nachhaltigen Portfolio ist China, sowohl mit dem Blick auf die Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr als auch in Bezug auf die Luftreinhaltung von Innenräumen. Doch wer in China langfristig erfolgreich sein will, braucht nicht nur ein maßgeschneidertes Portfolio, sondern auch einen adäquaten Marktauftritt. Ein Muss ist ein übersichtlicher Online-Shop, in dem der User intuitiv navigieren kann.

Das Marktverhalten im fernen Osten unterscheidet sich von dem in anderen Weltregionen. In China und Singapur gibt es auch im B2B-Bereich keine gewachsene Großkundenstruktur, also Unternehmen, die regelmäßig jede Woche die üblichen Bestellungen erledigen. Jeder Anbieter wird durchleuchtet und das Angebot verglichen, am liebsten online und mit Hilfe des Online-Portals des Anbieters. Wer da keine Anbindung bietet, fällt gleich durch das Raster. „Deshalb war für uns die Browser-Funktionalität des Web Shops so wichtig“, erklärt Eberhard Lieb, IT-Projektkoordinator bei MANN+HUMMEL. Seine Lösung findet der Filter-Experte bei TecAlliance, die für solche Anforderungen den Web Shop auf Basis des TecDoc Catalogues anbietet. Der Auftraggeber profitiert dabei von der Integration des Order Managers, der Multifunktionslösung, die den gesamten Order-to-Invoice-Prozess optimal unterstützt. MANN+HUMMEL entschied sich für die Integration in das eigene, bereits bestehende E-Business mit der Web Service API.

Nach einer standortbezogenen Evaluation zum Einsatz des Order Managers in der Region Asia Pacific lagen die Vorteile der Lösung für MANN+HUMMEL auf der Hand. Über eine intuitive Benutzeroberfläche ermöglicht der Order Manager den Zugriff auf alle TecAlliance-Prozess-Module für die Supply Chain. Zu den Features zählt zum Beispiel der öffentliche Warenkorb, mit dem verschiedene Mitarbeiter eines Großhändlers gemeinsam an einer Bestellung arbeiten können. Außerdem lässt sich die Dropbox mit dem Order Manager verbinden: Über eine Schnittstelle können Bestellungen aus dem Warenwirtschaftssystem so exportiert und bequem eingelesen werden. Durch das Collaborative Managed Data-Modul (CMD) ist zudem der unmittelbare Zugriff auf jederzeit aktuelle Preis- und Artikelinformationen möglich.

„Abkürzungen“ im Internet
Bevor es aber überhaupt zu einem Rollout der Lösung kommen konnte, stand MANN+HUMMEL vor einer weiteren Hürde: der chinesischen Firewall. Weitaus effektiver als ihr aus Steinen erbautes Pendant verhindert die digitale Firewall jegliches Eindringen in das chinesische Internet – zumindest für Akteure ohne offizielle Genehmigung der Behörden. „Hier waren Expertise und ein gutes Kontakt-Netzwerk gefragt“, erklärt Eberhard Lieb. „Wir waren froh, dass wir hier Native Speaker und geballte Erfahrung an unserer Seite hatten.“ Bei TecAlliance ist diese Unterstützung Teil des Produkts. „Wenn sich ein Kunde für eine Lösung entschieden hat, dann tun wir auch alles Erforderliche, damit die Lösung so zügig wie möglich implementiert werden kann“, so Josef Fischer, Sales Manager DACH bei TecAlliance.

Dazu gehört auch, juristisch einwandfreie „Abkürzungen“ durch das Internet zu finden. Denn normalerweise stehen zwischen Deutschland und China mindestens zwei CIX (Commercial Internet eXchange), also Internet-Knotenpunkte, die sich unmittelbar auf die Performance auswirken können. Jeder Umweg kann zu einem Leistungsverlust führen. TecAlliance fand mit dem externen Dienstleister Akamai einen Weg, den deutschen unmittelbar mit dem chinesischen Netzknotenpunkt zu verbinden. „TecAlliance hat uns dabei optimal unterstützt“, sagt Eberhard Lieb. „Sehr schnell konnten wir den Rollout durchführen und in die Testphase starten.“ Mitte 2015 begann diese Phase in China und ein halbes Jahr später in Singapur. Während MANN+HUMMEL Singapur die erste Version praktisch durchwinkte und nach acht Wochen damit bereits produktiv ging, kam aus China erstmal eine Liste mit Änderungswünschen. „Das größte Problem war sicherlich die Sprache“, sagt Eberhard Lieb. „Für den chinesischen Markt ist es wichtig, dass alle Anfragen auf Chinesisch beantwortet werden. Wenn unser auf SAP basierendes ERP also auf Englisch antwortet – so wie in Singapur –, dann ist das in China nicht erfolgversprechend.“

Wünsche werden erfüllt
Die Anpassung der Sprache stand deshalb ganz oben auf der To-do-Liste von TecAlliance. Diese enthielt außerdem Verbesserungen in punkto Performance, eine erweiterte Preisanzeige, eine vereinfachte Upload-Funktion für CSV-Dateien sowie die Anzeige von Brutto- statt Nettopreisen. Anforderungen, die gut zu bewältigen waren, die sich allerdings nicht so gut via Skype oder per Telefon regeln lassen. Hier punktete TecAlliance wieder mit seinem Team vor Ort. Persönlich gingen sie mit dem chinesischen Standort die Anforderungsliste von MANN+HUMMEL Punkt für Punkt durch, um jegliches Missverständnis und damit Verzögerungen für den Live-Betrieb zu vermeiden.

Die MANN+HUMMEL-Kunden in Asien können sich nun im Online-Portal des Order Managers anmelden und bestellen. Aus dem ERP heraus lässt sich eine CSV-Datei einlesen. Das bedeutet: Mit einer verbundenen Dropbox Cloud kann der Anwender Journaleinträge automatisch herunterladen, diese auf unbestimmte Zeit speichern sowie eine Bestelldatei mit den einzelnen Bestellpositionen und eine Formatbeschreibungs-Datei (Ordertransfer.ifd) für einen automatisierten Bestellprozess hochladen. Der Besteller kann im Online-Dialog eine elektronische Teileverfügbarkeitsanfrage stellen und gleich die Bestellung der Ersatzteile auslösen. Für die Datenübermittlung werden standardisierte Nachrichtenformate verwendet. Die Order Manager App ermöglicht es, mit Android-Mobilgeräten von überall ganz unkompliziert den Warenkorb zu füllen und zur späteren Weiterverarbeitung an den eigenen Account zu übermitteln.

Positives Feedback
Inzwischen ist MANN+HUMMEL auch in China live. „Die Kunden haben die Lösung gut angenommen.“ Eberhard Lieb ist zufrieden. „Mehr noch: Die Zahl der Auftraggeber, die diese Online-Bestellfunktion nutzen, steigt kontinuierlich und es sind bereits über 120 chinesische Unternehmen angebunden. In Singapur sind es über 40.“ Das Fazit für den ersten Einsatz des Order Manager Online-Portals im asiatischen Raum fällt also durchweg positiv aus. Auch wenn der Aufwand von Markt zu Markt extrem unterschiedlich sein kann, lohnt es sich, jede Herausforderung in Kauf zu nehmen. „Was uns am Projektverlauf am besten gefallen hat, war die Unterstützung durch TecAlliance“, sagt Eberhard Lieb. „Persönliche Beratung vor Ort durch Native Speaker, die sich in der Materie auskennen, ist gerade für westliche Unternehmen in China Gold wert.“

Laden Sie hier die Success Story mit MANN+HUMMEL als PDF herunter. Oder erfahren Sie unserem Experteninterview, wie Teilehersteller, Handel und Werkstätten im Automotive Aftermarket vom neuen Order Manager, der ganzheitlichen Lösung für den Order-to-Invoice-Prozess, profitieren.

Eberhard Lieb, IT-Projektkoordinator bei MANN+HUMMEL

Eberhard Lieb, IT-Projektkoordinator bei MANN+HUMMEL